Parodontitis und Wurzelkaries

Parodontitis und Wurzelkaries trifft oft Senioren

Viele Menschen entwickeln mit zunehmendem Alter eine Degeneration von Zahnfleisch und Kieferknochen oder leiden unter Zahnfleischschwund. Ursache ist oft unbehandelte Parodontitis aber auch behandelte. Der meist nichtentzündliche Prozess an einzelnen oder mehreren Zähnen legt jedoch die Wurzeloberflächen (Zahnhälse) frei. Diese sind aufgrund individueller Zahnstrukturen anfälliger für Karies als andere Schmelzoberflächen.

Auch eine Veränderung der chemischen Zusammensetzung von Dentin und Zement aufgrund mechanischer Reizungen durch:

  • falsches oder zu festes Zähneputzen
  • zu harte Zahnbürsten und Abrieb fördernde Zahnpasten (z.B. Zahnweißer)
  • Zähneknirschen
  • weit außen stehende Zähne im Kieferknochen mit wenig oder geringer Kieferknochenstütze

tragen zu einer erhöhten Anfälligkeit für Wurzelkaries bei.

Erkennbar ist die Wurzelkaries als oberflächliche, weiche und verfärbte Zerstörung von Zement und Zahnbein (Dentin). Eine rechtzeitige Prävention kann sehr erfolgreich sein, da auch bei einer Schädigung von bis zu 50% die Struktur des Zahnbeins noch so intakt ist, dass eine Remineralisation erfolgen und der Zahn erhalten werden kann. Vor allem in den Zahnzwischenräumen ist eine Diagnose sehr schwierig, da durch Parodontaltaschen ein direkter Einblick verhindert wird. Dies ist insofern kritisch, da eine Wurzelkaries eng mit einem möglichen Verlust des parodontalen Halteapparates zusammenhängt. Der Krankheitsverlauf nicht zu reinigender Zahnräume bzw. Zahnbeindefekte erfolgt weitaus schneller als bei einer koronalen Karies. Ist der Zahn so geschädigt, dass bereits der Kern (Endodont) betroffen ist, wird eine Wurzelbehandlung oftmals unumgänglich. Um daher eine eingehende Diagnose durchzuführen, hat sich der Einsatz einer Sonde für zugängliche Zahnbereiche bzw. die Anfertigung eines Röntgenbildes nicht einsehbarer erkrankter Bereiche in der Praxis bewährt.

Prophylaxe der Wurzelkaries

Aufgrund verschiedener Indikatoren ist eine Prophylaxe trotz intensiver Mundhygiene relativ schwierig. Insbesondere Parodontitis/Parodontose Patienten sollten neben einer regelmäßigen Verwendung (amin)fluoridhaltiger Zahnpflegemittel zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Dazu gehört eine mechanische Plaqueentfernung (professionellen Zahnreinigung) in Kombination mit dem Aufbringen hochdosierter Fluorid- oder Chlorhexidin-Thymol-Lacke. Gerade bei Kindern und Jugendlichen wird ein professioneller Lackauftrag im Zeitraum von drei bis sechs Monaten empfohlen. Neuere Anwendungen mittels Casein-Phosphopeptide und amorphem Calcium-Phosphat sowie die Laserbehandlung von Dentin sind bislang noch nicht durch klinische Studien in ihrer Wirksamkeit bestätigt worden.

Therapie der Wurzelkaries

Da Parodontitis und Karies Infektionskrankheiten infolge eines durch Mikroorganismen und Bakterien geschaffenen Biofilms mit einer Gewebe zerstörenden Wirkung sind, setzt eine erfolgreiche Parodontaltherapie mittels Scaling und Root Planing genau hier an. Problematisch ist, dass im Rahmen der Behandlung die infizierten Bereiche mechanisch entfernt werden und weniger kariesresistentes, frisches Zahnmaterial freigelegt wird. Verbunden mit der Aufrauung der Zahnoberfläche, werden Hypersensitivitäten und Anfälligkeiten für Kariesbefall gefördert. Es konnten allerdings die aktiven Läsionen ohne Kavitation durch Remineralisation (regelmäßige Aufbringung geeigneter Fluorid- und Chlorhexidinpräparate) in den inaktiven Zustand geführt werden. Sofern die Kariesdefekte unzugänglich sind, kann eine chirurgische Kronenverlängerung bzw. im Falle nicht wieder herstellbarer Defekte (Kavitation) Füllungen notwendig werden.

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